Geschichte

Am 8. Dezember 1953 übernahm Herr Bäckermeister Walter Lukas (†1999) mit seiner Frau Elfriede die damalige Bäckerei Schmidt in Weida in der Bahnhofstraße 34. Seither wird in diesem Hause ununterbrochen gebacken.

Es war kein leichter Anfang, da es zu dieser Zeit noch über zwanzig weitere Bäckereien in Weida gab. Trotzdem bereute das fleißige Ehepaar den Aufbau des eigenen Betriebes nicht.

1966 veränderte man die Bäckerei grundlegend. Der Altdeutsche Backofen wurde durch einen modernen Dampfbackofen der Firma Ernst Reich aus Reichenbach i. V. ersetzt. Es wurden Wände herausgerissen, Stufen beseitigt, Wände und Fußböden gefliest, und es entstand eine „Durchreiche“ von der Backstube direkt in den Laden. Diese existiert mit einer modernen Spiegelverglasung auch heute noch.

Der Sohn Hubert Lukas erlernte ebenfalls den Bäckerberuf und legte 1960 seine Meisterprüfung mit größtem Erfolg ab. Er übernahm zusammen mit seiner Frau Ingrid am 1. Juli 1984 die elterliche Bäckerei. Während dieser Zeit vollzogen sich große politische Veränderungen. Rohstoffe waren knapp und wurden zugeteilt. Ersatzteile für Maschinen waren nur mit Beziehungen zu bekommen und der „Rat des Kreises“ beauflagte die Handwerksbetriebe in verschiedenster Weise.

Im November 1989 brach die DDR zusammen und ein halbes Jahr später hielt die D-Mark Einzug. Mit ihr wurde politisch alles anders. Es gab keine Produktionsauflagen mehr, Rohstoffe standen jetzt in bisher unbekannter Menge und Vielfalt zur Verfügung. Ja es gab sogar neue Maschinen für Handwerksbetriebe.

Die Schattenseite allerdings war, dass auch die Preise für Backwaren stark anstiegen und die Kunden die neu gewonnene Freiheit des Einkaufens im Westen nutzten. Mit dem schnellen Zusammenbruch der Weidaer Industriebetriebe verschwanden auch die größten Abnehmer von „Lukas-Brötchen“. Wir lieferten nun Brot und Brötchen an verschiedene Fleischereien, Imbiss-Stände und Lebensmittel-Verkäufer. Aber auch diese Vertriebsform hatte nicht lange Bestand. Schließlich wurde am 1. September 1995 die eigene Bäckereifiliale in Niederpöllnitz eröffnet.

Zwischenzeitlich wurde der Laden im Stammhaus neu eingerichtet und 1994 der schon wieder fast dreißig Jahre alte Kohlebackofen abgerissen und durch einen gasbeheizten Etagenbackofen ersetzt.Nach und nach ist ebenso der restliche Maschinenpark erneuert wurden. Dabei wurde stets darauf geachtet, dass neben der Arbeitserleichterung die handwerkliche Qualität der Backwaren nicht leidet. So werden auch heute noch alle Brote vom Meister persönlich von Hand aufgearbeitet, ganz nach dem Motto:

Hier läuft die Ware nicht vom Band,

hier wird geschafft mit Herz und Hand!

Im Jahr 2001 wurde das Stammhaus in Weida rekonstruiert. Es erielt eine neue Fassade und es enstanden einige Kunden- und Mitarbeiterparkplätze im Hof.

Die erneute Währungsumstellung war für Bäckermeister Hubert Lukas Grund genug, den Betrieb am 2. Januar 2002 seinem Sohn Tim zu übergeben. Dieser hatte bereits 1987 die Meisterprüfung im Bäckerhandwerk erfolgreich abgelegt und arbeitete seitdem im elterlichen Betrieb.

Er führt die Bäckerei auch heute noch mit einem engagierten Team, welches mit qualitativ hochwertigen Backwaren die Kunden erfreuen will.